Bei der FERN.Licht-Messe Leipzig

Letzten Samstag fand in der Kongresshalle Leipzig zum ersten Mal die FERN.Licht-Messe statt, eine Messe für Reisen, Outdoor und Fotografie. Das konnten wir uns natürlich nicht entgehen lassen. Neben den Ausstellungen fanden auch verschiedene Fotoworkshops und Fotowalks statt, darunter auch ein Light Painting-Workshop vom Kamerahersteller Olympus. Da die Light Art unser Spezialgebiet ist, interessierte uns dieser Workshop besonders und wir meldeten uns dafür an. Dieser fand 10 Uhr morgens statt und gleich nachdem wir ankamen und uns kurz umgesehen hatten, besuchten wir als erstes den Vortrag und Workshop. 

Dieser richtete sich vor allem an Fotografen, die sich für einen Einstieg im Bereich Langzeitbelichtungen und Light Art-Fotografie interessieren. Da der Workshop von Olympus organisiert wurde, lag natürlich der Hauptschwerpunkt des Vortrages auf den speziellen Funktionen der OM-D Kameras und wie diese den Einstieg vor allem in die Light Art-Fotografie erleichtern.

Ich fand es beeindruckend, wie weit die Technologie dabei schon ist: Mit einer speziellen Aufnahmefunktion ist es möglich, ein Bild mit einer Basis-Belichtungszeit aufzunehmen und danach nur noch sich ändernde Lichter hinzu zu addieren. Wenn also für die Umgebung eine Belichtungszeit von einer Minute ausreichend ist, wird dies als Basis-Belichtung genommen – das Bild wird danach nicht mehr heller, auch wenn die Belichtung z.B. noch 10 Minuten weiter läuft. Nur dort, wo zusätzliches Licht ins Bild kommt, wird dieses zur Grundbelichtung hinzugefügt. Damit lassen sich zum Beispiel tolle Aufnahmen von Feuerwerk oder Star Trails machen, ohne dass die Umgebung auf dem Bild überbelichtet wird. Dies macht es außerdem möglich, an Orten Light Art-Fotos aufzunehmen, an denen es normalerweise zu hell wäre.

Auch lässt sich an der Kamera einstellen, dass in einem regelmäßigen Intervall (also z.B. alle 20 Sekunden) eine Vorschau des entstandenen Bildes auf dem Display angezeigt wird. So kann man schon während der Aufnahme sehen, wie das Bild entsteht. Für mich kommt dabei die Technologie schon an die Grenzen dessen, was noch ein „richtiges Bild“ ist, aber es macht natürlich die Arbeit an einem Light Art-Foto wesentlich einfacher. Gerade durch die Kombination dieser beiden Funktionen kann man sehr gut sehen, wie das Light Art-Foto entsteht und kann sich auch Zeit lassen. Normalerweise müssen wir uns nämlich mit der Belichtungszeit nach der Umgebung richten und gerade bei Kompositionen mit mehreren Light Art-Effekten sehr schnell arbeiten und uns gut koordinieren. Das führt dazu, dass wir für jedes Bild viele Durchläufe benötigen, bis wir es so haben wie es sein soll. Da man hier aber noch während der Aufnahme schon den aktuellen Stand des Bildes sehen kann, sieht man sofort wenn ein Effekt „nichts geworden ist“ und kann gleich abbrechen. Nun aber genug dazu, wer sich über den kompletten Leistungsumfang der Kameras informieren will, kann das auf der Webseite von Olympus tun oder bei seinem Fotogeschäft des Vertrauens nachfragen 😉

Da der Vortrag eine Einführung in das Thema Light Art und Light Painting geben sollte, haben wir inhaltlich kaum etwas neues erfahren. Trotzdem fanden wir es natürlich interessant, wie jemand anderes diese Inhalte präsentiert und herüber bringt. Im zweiten Teil sollte es dann an die Praxis gehen und die Teilnehmer konnten einmal selbst die Kamera ausprobieren oder Light Art-Effekte ins Bild malen. Der Referent hatte einige Werkzeuge mitbekommen: hauptsächlich verschiedene Taschenlampen, Blinklichter, LED-Schnüre und etwas El-Wire, das leider nicht richtig funktionierte. Aber es sollte ja auch nur eine Einführung in das Thema sein und dafür war es völlig ausreichend. Da sich von den Teilnehmern zunächst keiner so richtig traute, etwas auszuprobieren, sagte Peter spontan, wir machen einmal etwas vor. Wir zeigten, wie man jemandem mehrere Arme „zaubern“ oder diese auch verlängern kann. Der Workshop hat uns sehr viel Spaß gemacht und war sicher für die anderen Teilnehmer eine Inspiration, sich einmal ausführlicher mit dem Thema zu beschäftigen und sich auszuprobieren.

Während des Workshops ist auch dieses Foto von Peter entstanden, welches wir euch nicht vorenthalten wollen:

Peter mit Light Art als Teufel in Szene gesetzt ...

Peter mit Light Art als Teufel in Szene gesetzt …

Danach schauten wir uns noch ganz in Ruhe den Rest der Messe an. Zwar sind die Themen Outdoor und Reisen für uns auch sehr interessant und wir fanden dies eine gute Mischung. Besonders interessiert haben uns dann aber doch die Stände der verschiedenen Kamera- und Zubehörhersteller: Nikon, Canon, Sony, Olympus, Leica, Hasselblad, Sigma, Fujifilm, Manfrotto, Hensel – Wann hat man die schon einmal alle an einem Ort und kann alle möglichen Fragen stellen?  Am Canon-Stand sahen wir sogar gleich ein bekanntes Gesicht, denn einen der „Canon-Leute“ hatten wir schon beim Passagenfest getroffen (Dort gab es auch einen Stand von Canon, wo man Kameras ausleihen konnte). Nach etwas Small Talk machten wir weiter unsere Runde und schauten uns alles andere an. Unser ganz persönliches Highlight war der Aussteller von Hasselblad, mit dem wir uns sehr nett unterhalten haben und der uns auch einmal die Kameras ausprobieren lies. Das war schon ein besonderes Gefühl, eine solche Kamera in der Hand zu halten, vor allem wenn man weiß, wieviel die wert sind.. Sehr cool fanden wir bei Hasselblad auch die Kombination des alten, analogen mit dem Neuen: Die Kameras hatten früher einen Aufsatz, in welchen die Filme eingelegt wurden. Dieser Aufsatz wurde einfach ersetzt durch einen neuen – mit Bildsensor. Der vordere Teil der Kamera ist also komplett gleich geblieben und der digitale Bildsensor lässt sich auf jede Hasselblad aufsetzen, selbst wenn diese bereits aus den 1950ern stammt. Außerdem hatten sie einen beeindruckenden Fotodruck dabei, der das Bild eines jungen Elefanten fast in Lebensgröße zeigte.

Die Messe fand übrigens in der wunderschön restaurierten Kongresshalle am Zoo Leipzig statt, die immer einen Besuch wert ist. Da es draußen sowieso nass und kalt war (Schneeregen!) war es für uns perfekt, genau an diesem Tag die Messe zu besuchen. Wir haben sehr viele Eindrücke gesammelt und waren einfach begeistert. Toll fanden wir auch, dass einer der beiden Hauptinitiatoren – das Fotohaus Klinger – einen Reinigungsservice für Kameras angeboten hat, den wir sehr gerne in Anspruch genommen haben. Vielen Dank noch einmal dafür!

Nächstes Jahr soll die FERN.Licht-Messe noch weiter wachsen und über ein gesamtes Wochenende gehen. Wir sind gespannt  und werden ganz sicher wieder vorbeikommen 🙂

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