Zu Gast bei Andreas Krüger (Peoplefotograf)

Vor einiger Zeit waren wir als Künstler bei den Lichttagen Stendal zu Gast. Eine großartige Veranstaltung mit verschiedenen Kunstveranstaltungen und Installationen mit Licht. Dort konnten viele Künstler von außerhalb auf lokale Künstler treffen und sich vernetzen. Während eines Light Art-Workshops, den wir durchgeführt haben, trafen wir auf den Stendaler Fotografen Andreas Krüger, der uns spontan zu einem Shooting eingeladen hat.

Samstag Abend um 19 Uhr sollte das Shooting am Bahnhof stattfinden. Eine halbe Stunde vorher trafen wir uns, um die Location zu besichtigen. Der Stendaler Bahnhof hat zwei Unterführungen, die sehr unterschiedlich sind. Einmal gibt es den alten Tunnel, der den Charme eines Lost Place hat – also sehr alt und dreckig ist, vollgesprüht mit Graffiti und auch etwas unangenehm riecht. Trotzdem hat dieser Tunnel eine besondere Atmosphäre, die ihn als Fotomotiv interessant macht. Wir schauten uns die Lichtverhältnisse an und Andreas machte ein paar Testbilder. Andreas erklärte uns, was er vorhat und wie Peter den Blitz halten soll. Die zweite, neue Unterführung wurde erst dieses Jahr eröffnet und wirkt sauberer und moderner. Auch dort haben wir einige Testbilder aufgenommen und sind dann erst einmal zum Treffpunkt am Parkplatz zurückgegangen um auf das Model zu warten.

Ein erstes Testbild der Unterführung

Ein erstes Testbild der Unterführung

Kurz nach um sieben kam dann Anne, unser Model für diesen Abend, an und wir besprachen zusammen, welche Sachen sie dabei hat und was wir vorhaben. Dann gingen wir zügig zur ersten Location, der alten Unterführung. Dort positionierte Andreas das Model nach seinen Vorstellungen und begann die ersten Testfotos aufzunehmen, damit wir uns aufeinander einstimmen konnten und jeder wusste was er machen soll. Als das Motiv und Kameraposition feststanden, Peter raus hatte, wie er den Blitz halten musste und Anne genau wusste, was sie machen muss, nahmen wir mehrmals immer wieder dasselbe Bild auf, bis Andreas das Bild so hatte wie er wollte – und danach dasselbe noch zweimal.

Eine Besonderheit bei diesem Shooting war, dass Andreas das Model in Bewegung aufnehmen wollte. Dies mussten wir auch erst einmal in mehreren Durchgängen üben, so dass sich alle im gleichen Rhythmus bewegen und aufeinander abstimmen konnten. Dabei kam es außerdem auch auf die Beinhaltung und den Blick des Models an. Andreas bewegte sich mit der Kamera langsam rückwärts und Peter und Anne kamen auf ihn zu, währenddessen nahm er mehrere Fotos auf. Dies wiederholten wir ebenfalls immer wieder, bis Andreas mit dem Resultat zufrieden war.

Andreas‘ Tipp: Ist das Model noch unsicher oder aufgeregt, hilft es nicht wenn der Fotograf ständig sagt wie sie gucken soll. Anweisungen wie schau verführerisch, sexy oder verträumt führen meistens nicht zum Ziel. Für ein natürliches Bild ist mein Tipp, Langeweile aufkommen lassen. Kamera vor die Nase und einfach etwas mit den Auslösen warten. Das Model schaut erstmal komisch wenn nichts passiert, doch irgendwann wird Sie reagieren. Diese Reaktion festhalten!

Für die zweite Location hatte sich Andreas ein anderes Outfit für das Model überlegt und wir gingen erst einmal zu den Autos zurück, wo sich Anne umziehen konnte und in ein rotes Abendkleid schlüpfte. Auch hier positionierte sich Andreas das Model und machte einige Testbilder, um die richtige Position und die richtigen Einstellungen zu finden. Ähnlich wie im ersten Tunnel sollten sowohl Bilder im Stehen und in der Bewegung entstehen, der Ablauf war hier ähnlich.

Andreas‘ Tipp: Aufnahmen in Bewegung, bei schlechten Licht und aus einer sehr tiefen Position sind immer schwierig. Mein Tipp, das Model sollte sich möglichst langsam auf den Fotografen zu bewegen. Ein Handtuch oder eine Decke für den Fotografen ist nicht verkehrt. Das sieht man schön an dem Making of-Bild.

Zuletzt sollten noch ein Bokeh-Panorama und einige Close-Up-Aufnahmen entstehen. Beim Bokeh-Panorama werden mehrere Bilder aufgenommen, die im Nachhinein zu einem großen zusammengefügt werden. Hier liegt die Schwierigkeit für das Model darin, dass sie während der ganzen Aufnahmen still halten muss. Hiervon gab es ebenfalls mehrere Durchläufe. Andreas gab uns den Tipp, nach jedem Durchlauf ein schwarzes Bild (Hand vor die Linse) aufzunehmen – so weiß man dann auch in der Nachbearbeitung, wann eine Aufnahme-Reihe zu Ende ist.

Bei den Close-Ups kommt es natürlich besonders auf den Gesichtsausdruck des Models an. Aber auch das Licht spielt eine wichtige Rolle, dass nicht zu viele Schatten im Gesicht entstehen. Hier haben wir mit einem Reflektor gearbeitet. Dabei sollte man genau auf den Winkel achten, in dem man den Reflektor hält.

Andreas‘ Tipp: Bei Close up Aufnahmen ist mein Tipp, Nase ins Licht und die Augen in die Kamera. So werden Schatten von der Nase vermieden.

Mir ist beim Shooting besonders aufgefallen, dass Andreas nicht nur sehr genaue Vorstellungen hatte, wie das Bild am Ende aussehen sollte, sondern auch Anne viele Tipps und Anweisungen geben konnte, wie sie sich beispielsweise bewegen oder hinstellen soll, damit es am Ende auf dem Bild gut aussieht.

DSC03021

wir waren sehr beeindruckt von den Ergebnissen

Uns hat das Shooting sehr viel Spaß gemacht und vor allem haben wir sehr viel dazu gelernt, zum Beispiel was die Arbeit mit dem Blitz angeht. Auch das Making Of eines Shootings zu dokumentieren war neu und sehr interessant für uns. Wir fanden es sehr inspirierend und haben uns vorgenommen, in Zukunft auch wieder mehr mit Models zu arbeiten und das eine oder andere selbst auszuprobieren.

In der Galerie unten seht ihr noch einige weitere Eindrücke vom Shooting und weitere der entstandenen Bilder. Andreas Krüger und unser Model Anne findet ihr auf Facebook unter:

Andreas Krüger Fotografie

Annes Modelpage

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