Tipps zum Fotografieren von Sternen

Heute gibt es von uns wieder einige Tipps zum Fotografieren, und da wir uns mittlerweile ganz gut mit Langzeitbelichtungen auskennen, haben wir gedacht, wir fassen einmal unser Wissen zum Fotografieren von Sternen für euch zusammen. Auf die Idee sind wir gekommen, als wir letztens einmal unterwegs waren und Light Art-Fotos aufgenommen haben. Zwei Männer blieben stehen und schauten uns zu, und es entwickelte sich ein Gespräch. Einer der beiden interessierte sich sehr für die Fotografie und wie man am besten Nachtaufnahmen macht. Vor allem der Sternenhimmel hatte es ihm angetan, allerdings hat er noch kein ordentliches Bild hinbekommen.

Wir sind nun auch keine Experten für Astrofotografie und es gibt ganz tolle Fotografen, die extrem beeindruckende Bilder der Milchstraße und ähnliches aufnehmen. Da wir aber selbst viel im Dunkeln arbeiten, sind wir mit den Grundproblemen vertraut und können doch einige Tipps geben, die für andere sicher hilfreich sind.

Als allererstes ist es einmal wichtig, dass man sich einen Ort sucht, an dem keine störenden Lichtquellen vorhanden sind. Das ist gerade bei uns in Mitteleuropa sehr schwierig, da hier alles sehr dicht besiedelt ist und die Städte viel Licht abstrahlen. Einige Naturschützer sprechen bei diesem Phänomen sogar von „Lichtverschmutzung“. Ich selbst habe vor einem Jahr einen sehr interessanten Vortrag gehört, bei dem es um die Lichtverschmutzung und ihren Einfluss auf Mensch und Tierwelt ging. Es war erstaunlich zu erfahren, dass z.B. Vögel in der Stadt weniger schlafen, gestresster, aber auch dicker sind als ihre Kollegen im Wald und dass es einen Zusammenhang zu der ständigen „Bestrahlung“ durch Straßenlaternen und ähnlichem gibt. Doch das nur am Rande. Leider ist es auch so, dass jeder dritte Deutsche noch nie die Milchstraße gesehen hat (bei den unter Dreißigjährigen sogar noch weniger!) und nachts nur wenige Sterne am Himmel sieht.

Peter hatte in der Hinsicht Glück, denn er ist in der Altmark aufgewachsen – einer der wenigen Orte in Deutschland, wo man den Sternenhimmel und sogar die Milchstraße sehen kann. Wer die Möglichkeit hat, kann natürlich auch nach Schottland, Norwegen oder in die australische Wildnis reisen und sich von dort den Sternenhimmel ansehen und fotografieren 😉 Aber zum Probieren reicht es auch, einmal aus der Stadt heraus zu fahren und sich einen dunklen Ort zu suchen, wo es keine Straßenlaternen und ähnliches gibt.

Ein weiterer organisatorischer Punkt, den man nicht unterschätzen sollte, ist das Wetter und die Mondphasen im Auge zu behalten. Der Himmel sollte auf jeden Fall klar sein, bei Bewölkung sieht man logischerweise eher weniger von den Sternen. Auch Wind macht sich nicht so gut, einmal weil es das Fotografieren selbst schwieriger macht (das Stativ kann wackeln) und andererseits treibt der Wind auch gerne einmal neue Wolken heran, die dann auch den Himmel bedecken. Auch die Mondphasen sind sehr wichtig, am besten man fotografiert dann, wenn der Mond gar nicht zu sehen ist. Man glaubt gar nicht, wie hell der Vollmond sein kann und dann ist der Mond die störende Lichtquelle. Um Wetter und Mondphasen zu verfolgen, gibt es auch verschiedene Apps im Angebot.

Zum Fotografieren selbst braucht ihr nun auch ein Stativ und eine Kamera mit der Möglichkeit, manuelle Einstellungen vorzunehmen und die eine lange Belichtungszeit erlaubt. Dort stellt ihr einen sehr niedrigen ISO-Wert ein, am besten ISO 100. Denn um so höher der ISO-Wert, desto stärker habt ihr dann ein Bildrauschen auf dem Foto. Dann könnt ihr etwas herumprobieren, welche Belichtungszeit am besten ist. Beachten sollte man, dass nach etwa 30 Sekunden von uns aus gesehen die Sterne „weiterziehen“ und bei einer längeren Belichtungszeit nicht mehr als Punkte sondern als Streifen im Bild zu sehen sind. Auf unserem Foto vom Wallendorfer See kann man diesen Effekt ganz gut sehen.

der Sternenhimmel überm Wallendorfer See

der Sternenhimmel überm Wallendorfer See

Je nachdem, was man für ein Bild aufnehmen will, kann man sich diesen Effekt aber auch zunutze machen und bewusst die Bewegung der Sterne aufnehmen. Solche Bilder habt ihr sicher auch schon gesehen. Dazu können wir euch auch noch den Hinweis mitgeben, dass der Mittelpunkt dieses Effekts der Nordpolarstern ist. Der Nordstern bleibt immer als Punkt stehen, während die anderen Sterne um ihn herum zu kreisen scheinen. Das hat natürlich mit unserer Erdumdrehung zu tun. Wenn ihr also ganze Kreise auf dem Bild haben möchtet, richtet die Kamera auf den Nordstern aus. Schöner ist dieser Effekt aber, wenn der Nordstern nicht genau in der Mitte sondern in einem Drittel des Bildes steht (ihr wisst schon, goldener Schnitt usw.). Wenn ihr euer Wissen aus dem Astronomie-Unterricht in der Schule auch nicht mehr präsent habt, gibt es Apps, die einem die Position bestimmter Sterne und Sternbilder sichtbar machen.

Also wenn ihr Lust habt, probiert es einmal aus und geht einmal Sterne gucken und fotografieren, es macht auf jeden Fall Spaß und manchmal sieht man eine Sternschnuppe. Aber selbst im Sommer sollte man eine warme Jacke und eine Thermokanne mit warmen Tee mitnehmen, denn nachts kann es sehr kalt werden – gerade wenn man sehr lange draußen ist und sich wenig bewegt. Wir wünschen euch viel Spaß!

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