Lichtkunst mit Schwierigkeiten

Hallo Fans,

Heute erzählen wir euch von unserer Arbeit als Lichtkünstler und auch davon, dass es manchmal schwieriger ist, ein gutes Bild zu machen als man zu Anfang erhofft. Manchmal kann es sein, dass man zum Beispiel für einen Kunden ein Bild aufnehmen soll von einem bestimmten Motiv oder vor einem ausgewählten Hintergrund. Auch bei der Arbeit am Hochschulkalender, in dem wir alle wichtigen Gebäude der Hochschule zeigen wollten, waren einige „schwierige“ Motive dabei.

Nun war es so, dass Peter und ich über den Karnevalsverein die Möglichkeit bekamen, den Ministerpräsidenten Sachsen-Anhalts, Reiner Haseloff, persönlich zu begegnen und ihm ein Geschenk zu überreichen. Wir mussten nicht lange überlegen, und beschlossen, ihm einen Fotodruck von einem unserer Bilder zu schenken.

Nun wollten wir nicht irgendein Bild nehmen, sondern etwas, das einen Bezug zum Ministerpräsidenten hat. Wir entschieden uns für ein Foto des Landesparlaments von Sachsen-Anhalt und fuhren an einem freien Abend nach Magdeburg.

Wie schon gesagt, ist nicht jedes Motiv auch fotografisch interessant oder für Light Art-Bilder geeignet. Das Parlamentsgebäude an sich ist eigentlich sehr schön, aber es „ordentlich“ zu fotografieren stellte sich für uns als schwieriger heraus als gedacht. Unser erstes Problem waren, wie so oft bei Bildern in der Stadt, die unzähligen Straßenlaternen. Selbst in der tiefsten Nacht wird dort das Parlamentsgebäude taghell erleuchtet und dadurch war eine Belichtungszeit von ca. anderthalb Minuten unser Maximum. Da muss man sehr schnell arbeiten, wobei natürlich auch schneller Fehler enstehen können.

Ein weiteres Problem war, überhaupt erst einmal einen guten, interessanten Blickwinkel auf das Gebäude zu finden. Unsere ursprüngliche Idee, uns mitten auf den Domplatz zu stellen und das Gebäude als ganzes aufzunehmen, stellte sich als schwer umsetzbar heraus. Was uns am meisten ärgerte war, dass vor dem Landtag zwei Baumreihen stehen, die aber genau so gepflanzt wurden, dass der Eingang des Gebäudes verdeckt ist. Das ist natürlich ungünstig, da der Eingang den Mittelpunkt des Gebäudes darstellt und man dort mit zuerst hinsieht.

Wir begannen also zunächst einmal damit, das Gebäude zu umrunden und zu schauen, ob es einen interessanten Blickwinkel gibt, doch es wurde nicht besser. Wir beschlossen also, bei der Frontseite des Gebäudes zu bleiben und versuchten, es aus interessanten Blickrichtugen aufzunehmen. Allerdings war keine dieser Aufnahmen zufriedenstellend für uns, da das Besondere dieses eigentlich schönen Gebäudes nicht herauskam. Schließlich kamen wir auf die Idee, uns vor den Bäumen zu positionieren und eine Aufnahme aus der Froschperspektive zu machen. So bekamen wir das Gebäude zwar nicht in seiner gesamten Breite, aber in seiner gesamten Höhe und etwas vom Nachthimmel auf unser Bild.

Nun hatten wir unsere Perspektive gefunden und brauchten noch Light Art-Effekte für unser Bild. Wie schon gesagt,  war aufgrund der hellen Straßenbeleuchtung unser Spielraum eingeschränkt, da wir nur etwa eine Minute zum Belichten hatten. Bei einer längeren Belichtungszeit würde der Lichteffekt wieder abgeschwächt werden und im schlimmsten Fall wieder ganz verschwinden. Zur Auswahl standen daher nur Effekte mit Stencil oder mit unserer kleinen Walther-Taschenlampe,  also wurden es zwei Orbs und mit Stencil erzeugte Sterne.

Nach einigen Versuchen stand nun endlich unser Bild, trotz ungünstigem Motiv, heller Umgebung, Windböen und immer wieder störenden Fahrzeugen, die einfach so durchfuhren. Dies war einmalig in Magdeburg, dass die Leute einfach so weitergefahren sind, obwohl jemand auf der Straße steht und man schon vo weitem sehen konnte, dass wir dort etwas aufnehmen.

Für uns mit am überraschendsten war jedoch die Reaktion der Umgebung auf unsere Lichtkunst, nämlich gar keine.

Mittlerweile sind wir es schon einigermaßen gewohnt, dass uns immer wieder Leute ansprechen, wenn wir Light Art-Bilder aufnehmen und fragen, was wir denn da machen.

In Magdeburg nun, direkt vor einem Regierungsgebäude, liefen die Leute völlig desinteressiert an uns vorbei und selbst der Wachdienst, der dort gerade seine Runde machte, ignorierte uns komplett. Man stelle sich das einmal vor, wie zwei Leute mit blinkenden Lichtern und so weiter, direkt an und vor der Haustüre des Landtages herumwerkeln und es interessiert keinen, obwohl der Platz komplett kameraüberwacht wird. Auf der Aufzeichung muss das doch sehr seltsam oder zumindest interessant ausgesehen haben, und auch zu der Uhrzeit vielleicht etwas verdächtig gewirkt haben, doch weder Polizei noch Wachdienst tauchten dort auf. Nun gut, die Magdeburger sind eben etwas anders, dachten wir uns dann auf dem Heinweg.

In diesem Sinne viel Spaß beim Fotografieren !

Landtag_Magdeburg

Das Landesparlament Sachsen-Anhalts mit Light Art in Szene gesetzt

 

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