Light Art-Elemente: der Feuerring

Wir haben uns für unseren Blog vorgenommen, euch zwischendurch auch immer mal einzelne Grundelemente der Light Art-Fotografie vorzustellen. In einem früheren Artikel haben wir euch ja schon einmal erklärt, was hinter den Domes steckt und wie man diese selbst machen kann. Heute zeigen wir euch, wie der Feuerring, der auch Eisenrad genannt wird, entsteht.

Das Eisenrad ist einer der beeindruckendsten Light Art-Effekte und es entstehen immer wieder tolle Bilder damit. Ganz wichtig ist aber dass ihr vorsichtig sein müsst, denn hier kommt echtes Feuer zum Einsatz! Also macht das niemals alleine nach und auch nicht an Orten, wo sich leicht entzündliche Materialien befinden oder es sehr trocken ist. Am besten ist es, das Eisenrad nur im Freien zu machen. Es ist uns selbst schon passiert, dass wir in einer Halle einen Feuerring fotografiert haben, dabei Funken von der Decke abgeprallt sind und einer davon Peter auf den Kopf gefallen ist! Das ist sehr schmerzhaft und wir hatten Glück, dass nichts schlimmeres passiert ist. Wir haben auch einige Fotos in geschlossenen Hallen aufgenommen, aber wir haben auch schon einige Übung und können das Risiko abschätzen. Als Anfänger sollte man im Freien bleiben.

Wenn ihr euch am Eisenrad versuchen wollt, unbedingt darauf achten:

  • Nicht in geschlossenen Räumen
  • Nicht auf trockenen Flächen
  • Nicht bei Wind
  • auf die Umgebung achten
  • schwer entflammbare Kleidung tragen
  • Augen schützen
  • nie alleine durchführen

Und nun zum Geheimnis hinter dem Eisenrad:

Das Eisenrad hat sein Namen nicht ohne Grund, denn der Hauptbestandteil ist Stahlwolle, welche leicht auseinandergezogen in einen handelsüblichen Schneebesen gesteckt wird. An dem Ende des Schneebesens kommt gut befestigt eine Paketschnur. Diese sollte ungefähr 50 cm lang sein und am anderen Ende eine Schlaufe zum festhalten haben.

Für das Eisenrad wird die Stahlwolle angezündet und der Schneebesen in einem Kreis geschwungen. Probiert dies am besten erst einmal aus, ohne gleich die Stahlwolle anzuzünden. Achtet auch darauf, dass niemand in der Schwingrichtung steht, der die Funken abbekommen könnte. Dies gilt auch für brennbare Materialien und euer Fotoequipment. Das Eisenrad sollte auch immer nur quer zur Kamera geschwungen werden.

Die Stahlwolle zu entzünden ist nicht schwer, es genügt ein normales Feuerzeug oder eine 4,5V Blockbatterie. Es reicht schon, die Stahlwolle zum Glühen zu bringen, denn durch den Luftzug beim Schwingen entzündet sie sich von allein. Die glühende Stahlwolle nun zügig mit dem Schneebesen in einem Kreis schwingen, die Funken fliegen durch die Rotationsgeschwindigkeit vom Zentrum weg. Dabei solltet ihr auch darauf achten, dass ihr den Ring nicht auf Höhe eurer Füße ausführt, denn auch wenn ihr feste Schuhe tragt können sich die Funken da durchbrennen und eure Füße verletzen.

Wie schon gesagt, solltet ihr beim Fotografieren eines Eisenrads mindestens zu zweit sein. Vor allem aus Sicherheitsgründen, falls ihr euch doch mal verletzt, aber es ist auch einfacher. Sobald einer von euch die Stahlwolle im Kreis schwingt, kann der andere die Kamera auslösen. Die Kamera nimmt nun die ganze Zeit über die Feuerkreise und Funken auf, die während der Aufnahme entstehen.

Wenn der Funkenflug merklich weniger wird, ist es wichtig den Schneebesen mit einem beherzten Schlag auf dem Boden zu werfen. Versucht ihn nicht zu fangen, und tretet auch nicht mit dem Schuh darauf um ihn auszutreten! Lasst ihn lieber liegen und geht einfach aus dem Bild, denn eure Sicherheit geht immer vor! Wenn das Feuer der Stahlwolle nicht gleich ausgeht, kann auch die Person hinter der Kamera kurz einen Lappen oder die Hand vor die Linse halten, damit das Licht der Stahlwolle nicht weiter aufgenommen wird beim Nachbelichten.

Vielleicht habt ihr schon Light Art-Fotos mit Feuerring gesehen, in einigen davon sieht man eine Person im Feuerkreis und in anderen aber nicht, wie zum Beispiel in unserem Foto vom Völkerschlachtdenkmal. Durch die Helligkeit des Feuers wird auch derjenige mit belichtet, der den Feuerring schwingt. Um die Person wieder verschwinden zu lassen, kann man das Bild noch nachbelichten. Allerdings wird dann auch der Feuerring schwacher. Man sollte dann immer abwägen, wieviel man nachbelichtet und wie wichtig es einem selbst ist, dass die Person nicht mehr zu sehen ist. In vielen Fällen macht das nämlich gar nichts, denn das zeigt ja auch, dass das Bild nicht durch eine Fotomontage entstanden, sondern wirklich selbstgemacht ist.

Wenn man dann genügend Übung hat, kann man mit dem Feuerring viele tolle Fotos machen. Gut ist es, wenn man eine coole Location hat, in die der Feuerring gut hineinpasst und man kann den Feuerring auch mit anderen Light Art-Elementen kombinieren. In der Galerie haben wir eine kleine Auswahl unserer Fotos mit Feuerringen zusammengestellt.

 

 

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