An der alten Schleuse

Heute zeigen wir euch einmal anhand eines Beispiels die Entstehungsgeschichte eines Light Art-Fotos. Vielleicht habt ihr auch schon einmal etwas von Lost Place-Fotografie gehört. Lost Places sind, wie der Name schon sagt, verlassene Orte wie z.B. alte Fabriken oder auch leerstehende Wohnhäuser. Diese haben oft eine ganz eigene Atmosphäre und eignen sich toll für Fotos, ob nun für Shootings oder auch nur „einfach so“.

Eine ganz besondere Atmosphäre entsteht durch die Kombination der Lost Place-Fotografie und Light Art.  Einerseits bieten sich gerade solche verlassenen Orte toll für Light Art an, da man sich dort richtig austoben kann ohne auf jemanden Rücksicht nehmen zu müssen und auch weil diese nicht mehr beleuchtet werden und daher sehr dunkel sind. Zweitens wirkt diese Atmosphäre des Verlassenen in der Dunkelheit noch stärker, manchmal direkt etwas gruselig. Dies spiegelt sich dann auch auf den entstandenen Fotos wieder.

Wir sind also immer auf der Suche nach solchen Orten zum Fotografieren. An einem freien Nachmittag suchten wir nach guten Fotolocations und schauten im Internet, was in Merseburg und Umgebung so zu finden ist. Dabei stießen wir auf die alte Schleuse in Wüsteneutzsch, die dort mitten in der Landschaft steht. Die unvollendete Schleuse war Teil des Projektes Elster-Saale-Kanal, das Anfang des 20. Jahrhunderts begonnen wurde mit dem Ziel die Elster mit der Saale und somit auch der Elbe zu verbinden. Damit hätte die Stadt Leipzig über eine direkte Schiffsverbindung bis zur Nordsee verfügt. Der Krieg kam dem dazwischen und der Kanal wurde nie fertiggestellt. Und so kommt es, dass nahe Merseburg diese sogenannte Schleusenruine herumsteht.

Das Ganze fanden wir so beeindruckend, dass wir spontan dorthin gefahren sind um uns die Schleuse vor Ort anzusehen. Für Light Art-Fotografie ist es wichtig, sich gerade unbekannte Orte schon im Hellen anzusehen. Erstens sieht man gleich wo wieviel Platz ist und was dort umsetzbar ist, wie z.B. wenn man mit Pyrotechnik oder Feuer arbeiten will. Und man kann sich schon überlegen, wie das Fotomotiv aussehen könnte. Zweitens gibt es gerade an solchen verlassenen Orten oft Stolperfallen wie Löcher im Boden und ähnliches, die man im Dunkeln nicht gleich sehen würde. An der Schleuse z.B. war es sehr schlammig und so wussten wir schon, an welchen Stellen wir aufpassen mussten, nicht auszurutschen.

Einige Handybilder vom Location-Check:

Wir betrachteten die Schleusenruine und gingen einmal ganz rundherum, machten ein paar Bilder mit dem Handy und überlegten uns, wo man am besten die Kamera und Scheinwerfer aufstellen kann. Abends wollten wir dann wiederkommen.

Wir packten also unser gesamtes Equipment zusammen und ins Auto und fuhren zur Schleusenruine. Dabei fiel uns auf, dass wir nicht an den Vollmond gedacht hatten. Denn durch den Mond haben wir eine (weitere) Lichtquelle, was die Langzeitbelichtung etwas schwieriger macht. Es war sehr kalt und um die Schleuse herum auch ziemlich feucht. Trotzdem wollten wir unsere Bilder machen und bauten alles auf: Kamera, Scheinwerfer und unser Equipment. Als erstes wollten wir einen Feuerkreis fotografieren. Wegen der Feuchtigkeit und einem kleinen Wassergraben an der Schleuse konnten wir sicher gehen, dass zumindest nichts anbrennen kann.

Zuerst machten wir zwei, drei Testbilder um zu sehen, ob das Licht der Scheinwerfer wie gedacht herauskommt und wie lange wir in etwa belichten können. Dann nahmen wir unser Bild mit dem Feuerring auf. Eigentlich wollten wir noch weitere Fotos machen, allerdings wurde es immer feuchter und wir beschlossen abzubrechen, damit die Kamera, Objektive usw. nicht durch die Feuchtigkeit beschädigt werden. Somit hatten wir zumindest ein tolles Bild, und wir werden auf jeden Fall noch weitere Fotos an dieser tollen und interessanten Location aufnehmen.

IMG_9127

Das fertige Bild

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